Monat: Oktober 2025

Jyotish News November 2025

Ephemeriden im Jyotish – Der himmlische Kalender der Zeit


Wie kann man das Unsichtbare sichtbar machen? Wie erkennen wir, was im Spiel der Planeten als Energie durch Zeit und Raum wirkt? – In der vedischen Astrologie sind es die Ephemeriden, die uns den Weg durch das kosmische Labyrinth weisen. Sie sind das Fundament, auf dem jede astrologische Berechnung ruht – der stille Herzschlag der Zeit.

🪔 Was sind Ephemeriden – das tägliche Buch des Himmels

Das Wort Ephemeride stammt aus dem Griechischen ephemeros – „eintägig, vergänglich“. Schon darin liegt ein tiefes Symbol: Jede Bewegung des Himmels ist ein Ausdruck des Augenblicks, des lebendigen „Jetzt“.

Ephemeriden sind Tabellen, die die exakten Positionen von Sonne, Mond und Planeten für jeden Tag (manchmal sogar für jede Stunde) angeben. Sie zeigen, wo sich die Himmelskörper im Tierkreis – den zwölf Rashis – befinden.

In der modernen Wissenschaft sind Ephemeriden Berechnungsgrundlagen für Astronomie, Raumfahrt und GPS-Navigation. Im Jyotish jedoch dienen sie einem höheren Ziel: Sie offenbaren die kosmische Ordnung (Rita), die das Schicksal jedes Lebewesens in der Zeit verwebt.

„Die Sterne zwingen nicht, sie neigen.“

– Paracelsus

🔭 Warum Ephemeriden im Jyotish unverzichtbar sind

Ohne Ephemeriden wäre kein Horoskop möglich. Sie sind der „Sternenkompass“, mit dem der Jyotishi das Himmelsrad (Kalachakra) entziffert.

Ihre Hauptfunktionen im Jyotish:

Bestimmung der Planetenpositionen (Graha Sthiti):

Die exakte Länge jedes Planeten in einem Zeichen (Rashi) und Nakshatra (Mondhaus).

Grundlage für Geburtshoroskope (Janma Kundali), Ereignishoroskope, Prashna und Transitdeutungen.

Berechnung des Aszendenten (Lagna) und der Häuser (Bhava):

Mit der Sternzeit und dem geografischen Ort wird der östliche Horizont bestimmt – der Beginn des Lebensdiagramms.

Vorhersagezyklen (Dasha, Gochar, Progressionen):

Für Transite, Rückläufigkeiten (Vakra), Konjunktionen und Eklipsen werden präzise Ephemeriden verwendet.

Nur so können die feinen Rhythmen des karmischen Zeitgewebes erkannt werden.

Man könnte sagen: Ephemeriden sind das Betriebssystem des Kosmos.

Sie zeigen, wo die Energie fließt – in welchem Zeichen Jupiter segnet, Saturn prüft oder Rahu Illusionen webt.

🌌 Die Rolle des Ayanamsha – das Tor zum wahren Himmel

In der vedischen Astrologie wird nicht mit dem tropischen (jahreszeitgebundenen) Tierkreis gearbeitet, sondern mit dem siderischen Tierkreis, der auf die Fixsterne bezogen ist.

Doch hier liegt eine feine, aber entscheidende Differenz:

Zwischen beiden Systemen verschiebt sich der Frühlingspunkt jährlich um etwa 50,3 Bogensekunden – eine Präzession, verursacht durch die Schwankung der Erdachse.

Diese Abweichung wird durch den Ayanamsha korrigiert.

Das Wort setzt sich zusammen aus:

Ayana – Bewegung

Amsha – Teil oder Abschnitt

Ayanamsha bezeichnet also den Unterschied zwischen dem tropischen und dem siderischen Tierkreis.

Er ist der „kosmische Korrekturfaktor“, der bestimmt, wo der Nullpunkt des siderischen Widders (Mesha) tatsächlich liegt.

📐 Berechnung des Ayanamsha

Die Berechnung erfolgt astronomisch, indem man:

den tropischen Längenwert der Sonne (bezogen auf die Tagundnachtgleiche)

mit dem siderischen Längenwert (bezogen auf die Fixsterne) vergleicht.

Der Unterschied = Ayanamsha.

Die vedische Tradition kennt verschiedene Ayanamsha-Systeme.

Das bekannteste ist das Lahiri-Ayanamsha, das 1955 offiziell von der Indian Government Committee for Calendar Reform als Standard festgelegt wurde.

Weitere Systeme: Raman, Yukteswar, Fagan/Bradley, u.a.

Für November 2025 beträgt der Lahiri-Ayanamsha etwa 24°06′ – d.h. alle tropischen Positionen müssen um diesen Wert nach Westen korrigiert werden, um ihre wahren siderischen Positionen zu erhalten.

„Nur wer den wahren Himmel kennt, kann die Wahrheit im Horoskop lesen.“

– Bṛhat Parāśara Horā Śāstra

🕉 Ephemeriden als Instrument des Bewusstseins

Im Jyotish sind Ephemeriden nicht bloß Zahlen, sondern Mantras der Bewegung. Jede Planetenposition trägt Schwingung und Bedeutung. Der Himmel ist eine Schrift – und der Jyotishi ist derjenige, der sie zu lesen gelernt hat.

Wie sagte Sri Aurobindo einst:

„Astrologie ist die Sprache, in der der göttliche Wille in der Materie geschrieben steht.“

So verbinden Ephemeriden das Sichtbare (Astronomie) mit dem Unsichtbaren (Bewusstsein). Sie helfen uns, Zeit nicht nur zu messen, sondern sie bewusst zu leben – in Harmonie mit den Kräften des Universums.

🌠 Zusammenfassung

Ephemeriden sind tägliche Aufzeichnungen der Planetenbewegungen – Grundlage jeder astrologischen Berechnung.

Im Jyotish werden sie verwendet, um siderische Positionen der Grahas und Nakshatras zu bestimmen.

Der Ayanamsha korrigiert die Präzession der Erdachse, um die wahre Position des Himmels zu zeigen.

Sie sind Brücken zwischen Astronomie und Bewusstsein, zwischen Zeit und Ewigkeit.

Im November 2025, mit Jupiter rückläufig in Stier (Vrishabha) und Saturn im Wassermann (Kumbha), öffnet sich ein Fenster der Besinnung – ein Monat, um innezuhalten und die Ordnung des Kosmos im eigenen Herzen zu erkennen.

„Erkenne dich selbst – und du erkennst das Universum.“

– Sokrates

Möge der Blick in die Ephemeriden dich daran erinnern, dass jede Bewegung am Himmel ein Spiegel deiner eigenen inneren Bewegung ist. Denn das Universum schreibt – und du bist die Antwort darauf.

🪔

– Joachim Nusch, Jyotish Shastri Samman

Kurze Zusammenfassung (Kernaussagen)

  • November 2025 ist ein Monat der Revision und Integration: Merkur retrograd (9.–29.11) und Jupiter rückläufig ab 11.11 laden zur Überarbeitung von Gedanken und Glaubensmustern ein.
  • Vollmond 5. Nov (Supermond) und Neumond 20. Nov sind die energetischen Pole — Abschluss / Saat.
  • Wesentliche Transite: Uranus in Stier (ab 7.11) und Mars-Uranus-Aspekt (4.11) bringen plötzliche, materielle oder handlungsorientierte Impulse; achte auf Stabilität und reflektierte Aktion.


Die Angaben basieren auf den Daten von DrikPanchang, ProKerala, NASA-Ephemeriden und klassischen Jyotish-Referenzen (Lahiri-Ayanamsha).  Alle Zeiten sind Ortszeit Berlin (CET), geringfügige Minutenabweichungen je nach Quelle möglich.


🌕 Monatlicher Panchang – November 2025 – Berlin, Deutschland

Sonnenaufgang, um 07:03. Aszendent Waage, Sonne in der Waage. Mond im Wassermann in Konjunktion mit Rahu im 5. Haus

  • 🌕 Vedischer Tithi-Kalender – November 2025

Jeder Tithi (Mondtag) beschreibt eine bestimmte Energiequalität, die den Fluss des Lebens, der Rituale und spirituellen Praxis beeinflusst. Die Tithis sind Ausdruck der feinen Rhythmen von Sonne und Mond, die zusammen das vedische Zeitbewusstsein formen.


🪔 Zunehmender Mond (Shukla Paksha)

1. Samstag, 1. November – Dashami (10. Tithi, Shukla) Qualität: Handlung, Erfolg, Fortschritt. Attribut: Mut, Verantwortung, Dharma-Handeln. Empfohlen: Wichtige Projekte, Führung übernehmen, Disziplin stärken.

2. Sonntag, 2. November – Ekadashi (11. Tithi, Shukla) Qualität: Reinigung, Askese, spirituelle Einkehr. Attribut: Fastentag, Meditation, Hingabe. Empfohlen: Fasten, Gebet, Mantra-Rezitation.

3. Montag, 3. November – Dvadashi / Trayodashi (12./13. Tithi, Shukla) Qualität: Wiederherstellung, Balance. Attribut: Heilung, Vergebung, Reintegration. Empfohlen: Heilrituale, Dankbarkeit, Vergebungspraxis.

4. Dienstag, 4. November – Chaturdashi (14. Tithi, Shukla) Qualität: Übergang, Transformation. Attribut: Reinigung durch Feuer (Agni), Abschluss. Empfohlen: Alte Themen loslassen, Vorbereitung auf Purnima.

5. Mittwoch, 5. November – Purnima (Vollmond) Qualität: Fülle, Erleuchtung, Ganzheit. Attribut: Vollendung, spirituelle Erkenntnis. Empfohlen: Puja, Meditation, Gebete an Chandra und Devi.


🌑 Abnehmender Mond (Krishna Paksha)

6. Donnerstag, 6. November – Pratipada (1. Tithi, Krishna Paksha) Qualität: Neubeginn, Rückzug. Attribut: Innenschau, Reflexion. Empfohlen: Meditation, Tagebuch, einfache Nahrung.

7. Freitag, 7. November – Dvitiya (2. Tithi, Krishna) Qualität: Stabilität, Struktur. Attribut: Ruhe, Balance, Achtsamkeit. Empfohlen: Routinen schaffen, Ordnung im Inneren.

8. Samstag, 8. November – Tritiya (3. Tithi, Krishna) Qualität: Ausdauer, Wachstum. Attribut: Weisheit, Schutz durch göttliche Energie. Empfohlen: Studien, Lernen, Sādhanā.

9. Sonntag, 9. November – Panchami (5. Tithi, Krishna) Qualität: Reinigung, Schutz. Attribut: Heilung, Verbindung zu Schlangen- und Naturkräften. Empfohlen: Bäder, Ayurveda-Kur, Heilpflanzen.

10. Montag, 10. November – Shashti (6. Tithi, Krishna) Qualität: Aktivität, Sieg über Trägheit. Attribut: Energie, Mut, Vitalität. Empfohlen: Körperliche Bewegung, Initiativen starten.

11. Dienstag, 11. November – Saptami (7. Tithi, Krishna) Qualität: Licht, Vitalität. Attribut: Sonne, Gesundheit, Reinigung. Empfohlen: Surya Namaskar, Dankbarkeit an Lichtkräfte.

12. Mittwoch, 12. November – Ashtami (8. Tithi, Krishna) Qualität: Tiefe, Mystik. Attribut: Verbindung zu göttlichen Kräften, Innenschau. Empfohlen: Meditation, Stille, Pilgerreise.

13. Donnerstag, 13. November – Navami (9. Tithi, Krishna) Qualität: Transformation, Entschlossenheit. Attribut: Kampfgeist, Durchbruch. Empfohlen: Hindernisse überwinden, Selbstvertrauen stärken.

14. Freitag, 14. November – Dashami (10. Tithi, Krishna) Qualität: Handeln, Bewegung. Attribut: Verantwortung, Struktur. Empfohlen: Abschlussarbeiten, Klarheit schaffen.

15. Samstag, 15. November – Ekadashi (11. Tithi, Krishna) Qualität: Reinigung, spirituelle Disziplin. Attribut: Fasten, Hingabe. Empfohlen: Fasten, Japa, Gebet an Vishnu.

16. Sonntag, 16. November – Dvadashi (12. Tithi, Krishna) Qualität: Harmonie, Wiederherstellung. Attribut: Ausgleich, Milde. Empfohlen: Heilung, Mitgefühl, Ruhe.

17. Montag, 17. November – Trayodashi (13. Tithi, Krishna) Qualität: Reinigung des Karma. Attribut: Vorbereitung auf Neumond. Empfohlen: Sühne, Opfergaben, Selbstreflexion.

18. Dienstag, 18. November – Chaturdashi (14. Tithi, Krishna) Qualität: Loslassen, Transformation. Attribut: Tod und Wiedergeburt, Befreiung. Empfohlen: Meditation über Vergänglichkeit, Lichtzeremonien.

19. Mittwoch, 19. November – Amavasya (Neumond) Qualität: Dunkelheit, Neubeginn. Attribut: Ahnenehrung, Introspektion. Empfohlen: Ahnenrituale (Pitru Tarpanam), Stille, Gebet.


🌒 Zunehmender Mond (Shukla Paksha, neuer Zyklus)

20. Donnerstag, 20. November – Pratipada (1. Tithi, Shukla) Qualität: Wiedergeburt, Neuanfang. Attribut: Hoffnung, Lebenskraft. Empfohlen: Neues beginnen, Segensgebete.

21. Freitag, 21. November – Dvitiya (2. Tithi, Shukla) Qualität: Stabilität, Gleichgewicht. Attribut: Partnerschaft, Balance. Empfohlen: Zusammenarbeit, Beziehungen pflegen.

22. Samstag, 22. November – Tritiya (3. Tithi, Shukla) Qualität: Kreativität, Wachstum. Attribut: Lernen, Entfaltung. Empfohlen: Kunst, Musik, Inspiration.

23. Sonntag, 23. November – Chaturthi (4. Tithi, Shukla) Qualität: Hürde und Lösung. Attribut: Ganesha-Tag, Hindernisse überwinden. Empfohlen: Ganesha-Puja, Projekte segnen.

24. Montag, 24. November – Panchami (5. Tithi, Shukla) Qualität: Schutz, Heilung. Attribut: Weisheit, Natur, Spiritualität. Empfohlen: Ayurveda, Meditation, Lernen.

25. Dienstag, 25. November – Shashti (6. Tithi, Shukla) Qualität: Sieg, Stärke. Attribut: Tapas, Selbstdisziplin. Empfohlen: Yoga, sportliche Aktivität.

26. Mittwoch, 26. November – Saptami (7. Tithi, Shukla) Qualität: Licht, Reinigung. Attribut: Surya (Sonne), Vitalität. Empfohlen: Sonnenrituale, Dankbarkeit.

27. Donnerstag, 27. November – Ashtami (8. Tithi, Shukla) Qualität: Tiefgang, Hingabe. Attribut: Bhakti, Mut, Transformation. Empfohlen: Meditation, Mantra-Rezitation.

28. Freitag, 28. November – Navami (9. Tithi, Shukla) Qualität: Dynamik, Bewegung. Attribut: Stärke, Führung, Aktivität. Empfohlen: Entscheidungen treffen, Dharma leben.

29. Samstag, 29. November – Dashami (10. Tithi, Shukla) Qualität: Vollendung von Aufgaben. Attribut: Verantwortung, Umsetzung. Empfohlen: Erfolgsrituale, Reflexion.

30. Sonntag, 30. November – Ekadashi (11. Tithi, Shukla) Qualität: Reinheit, spirituelle Kraft. Attribut: Vishnu-Tag, Fasten, Transzendenz. Empfohlen: Meditation, Schweigen, Hingabe.


🕉️ Zusammenfassung

Ekadashi-Tage (2., 15., 30. November): besonders für Fasten, Gebet und Meditation geeignet. Purnima (5. November): Vollendung, Bewusstwerdung, Rituale für Licht und Erkenntnis. Amavasya (19. November): Rückzug, Ahnenehrung, Neubeginn. Chaturthi (24. November): Tag des Ganesha – Hindernisse lösen.

🌿 Abschließende Essenz

November 2025 in Berlin ist ein Monat der Reflexion, Revision und Reifung.
Die Rückläufigkeit von Merkur (9.–29.) und Jupiter (ab 11.) öffnet Räume zur inneren Schulung. Der Vollmond am 5. November schenkt Fülle, der Neumond am 20. November neue Saat. Stabilität (Uranus in Stier) und Selbstführung (Raja Yoga) bilden den roten Faden.


 Bis zum nächsten Mal. Herzliche Grüße

Joachim Nusch (Shri Jyotish/Ganusch) Jyotish Shastri Samman

Posted by ganuschindra in Allgemein

Leitfaden für die Lakshmi Puja an Diwali

Einführung und spirituelle Bedeutung


Diwali steht kurz bevor, und viele möchten die traditionelle Lakshmi Puja zu Hause durchführen. Oftmals führen die Fülle an Gegenständen, verschiedenen Traditionen und komplexen Mantras zu Unsicherheit. Dieser Leitfaden bietet eine einfache, etwa 20-minütige Lakshmi Puja-Anleitung, die jeder umsetzen kann. Der Fokus liegt darauf, die Bedeutung hinter jedem Schritt zu verstehen, da dieses spirituelle Wissen die Kraft der Puja wesentlich verstärkt.


I. Vorbereitung des Puja-Raumes


Sauberkeit und Reinigung: Zuerst wird der Puja-Raum vorbereitet. Eine saubere Oberfläche, wie ein Tisch oder eine erhöhte Plattform, ist ideal. Wichtig ist absolute Sauberkeit. Es wird angenommen, dass Lakshmi zuerst das sauberste Haus besucht. Die physische Reinigung symbolisiert dabei auch die Entfernung negativer Energien und die Schaffung von Raum für Wohlstand.


Unterlage: Die Oberfläche wird mit einem sauberen Tuch abgedeckt. Rot steht für Shakti, die göttliche weibliche Energie, während Gelb Wohlstand repräsentiert. Jedes saubere Tuch ist jedoch geeignet.
Himmelsrichtung: Gemäß der Tradition sollte der Altar idealerweise in der Nordost-Ecke des Hauses platziert werden. Die Durchführenden sollten während der Puja nach Norden sitzen, um die Segnungen von Lakshmi bestmöglich zu empfangen.


II. Die Gottheiten und der Kalash


Platzierung der Gottheiten: Für die Puja werden Bilder oder Statuen von Lakshmi, Ganesha und Saraswati verwendet. Ganesha wird traditionell links von Lakshmi platziert (vom Betrachter aus gesehen rechts), da jede heilige Handlung mit dem Segen von Ganesha beginnen muss. Saraswati (Göttin des Wissens) wird oft rechts platziert, um zu zeigen, dass spiritueller Reichtum und Wissen (Saraswati) vor materiellem Wohlstand (Lakshmi) kommen. Ein Rahmen, der alle drei zusammen darstellt, ist ebenfalls bestens geeignet.
Der Kalash (Wassertopf): Der Kalash (traditionell aus Messing, Kupfer oder Stahl) ist für die Lakshmi Puja von besonderer Bedeutung und repräsentiert das Universum und die Quelle des Lebens.
Er wird zu drei Vierteln mit Wasser gefüllt, das für das Leben und den Urozean steht.
Einige traditionelle Ergänzungen: Eine Münze (für fließenden Wohlstand), eine Supari (Betelnuss, für den Segen der Planeten), Reiskörner (für Überfluss) und eine Prise Kurkuma (für Reinheit) werden hinzugefügt.
Fünf grüne Blätter (vorzugsweise Mangoblätter) werden obenauf arrangiert. Die Zahl Fünf steht für die fünf Elemente (Erde, Wasser, Feuer, Luft und Raum).


Abschließend wird eine Kokosnuss mit der Spitze nach oben darauf platziert. Die Kokosnuss symbolisiert das Ego, das dem Göttlichen unterworfen wird. Der Kalash ist nun das Miniaturuniversum.


III. Die wesentlichen Opfergaben (Samagri)


Obwohl eine lange Liste von Gegenständen existiert, genügen für eine einfache, aufrichtige Puja die folgenden Dinge:


Akshat: Ungebrochener Reis, oft mit Kurkuma gemischt, symbolisiert ungebrochenen Wohlstand.
Kumkum (Rotes Pulver): Für das Tilak, repräsentiert die göttliche weibliche Energie.
Blumen: Frische Blumen (z.B. Ringelblumen, Rosen) – Frische ist wichtig.
Diya: Mindestens eine Öllampe mit Ghee ist essentiell. Sie repräsentiert Parabrahman, das Höchste Bewusstsein. Ein traditionell fehlender Aspekt: Es ist üblich, die Diyas in ungerader Zahl (z.B. 11 oder 21) aufzustellen.
Räucherstäbchen (Agarbatti) und Kampfer (Kapur): Für Duft und die abschließende Aarti.
Prasad (Süße Speise): Etwas Süßes zum Opfern. Wichtiger Hinweis: Es darf kein Salz im Prasad enthalten sein. Ein oft vergessener Aspekt: Kheer (Reispudding) gilt als besonders beliebte Speise von Lakshmi.


IV. Durchführung der Puja


Sankalpa (Absichtserklärung): Setzen Sie sich bequem hin. Atmen Sie dreimal tief durch, um vom alltäglichen Leben in die heilige Zeit zu wechseln. Wichtiger traditioneller Schritt: Eine Sankalpa (eine feierliche Absichtserklärung) wird gefasst, in der man den Zweck der Puja bekräftigt und die Gottheiten einlädt.
Ganesha Puja: Zuerst wird Ganesha verehrt. Die Gottheit mit Blumen schmücken und dreimal das Mantra „Om Gan Ganapataye Namah“ sprechen (ungerade Zahlen gelten als glückverheißend).


Anrufung von Lakshmi (Dhyana und Avahana):


Dhyana (Meditation): Nehmen Sie Akshat und eine Blume in die rechte Hand. Schließen Sie die Augen und visualisieren Sie Lakshmi (z.B. auf einem Lotus sitzend, in rote Seide gekleidet, Goldmünzen fließen aus ihren Händen). Diese mentale Einladung ist entscheidend.
Avahana (Einladung): Sprechen Sie das einfachste Mantra: „Om Shreem Maha Lakshmiyei Namah“. (Shreem ist der Saatklang des Überflusses). Chanten Sie es 11 Mal.


Bieten Sie Reis und die Blume sanft zu Füßen der Gottheit an.


Tilak und Blumendarbringung (Archana): Tragen Sie Kunkum auf Lakshmi, Ganesha, Saraswati und dann auf Ihre eigene Stirn auf. Bieten Sie nun nacheinander die restlichen Blumen dar. Jede Blume ist ein Gebet für das Wohl der Familie.
Opfergaben (Naivedya):
Legen Sie den süßen Prasad nieder. Mit dem Darbringen von Speisen wird anerkannt, dass alles von göttlicher Gnade stammt.
Geschäft und Wohlstand: Es ist Tradition an Diwali, die Geschäftsbücher (Bahi-Khata), die Brieftasche, wichtige Bücher, Laptops oder andere Symbole der Einkommensquelle niederzulegen. Damit wird Lakshmi gebeten, die Arbeit für das kommende Jahr zu segnen.
Aarti (Lichtzeremonie):
Zünden Sie Kampfer für die Aarti an. Kampfer verbrennt vollständig und rückstandslos – dies symbolisiert das vollständige Verschwinden des Egos in der göttlichen Liebe.
Führen Sie mit der Kampferflamme Kreise im Uhrzeigersinn durch (z.B. 3 für Ganesha, 7 für Lakshmi).
Wenn eine Glocke vorhanden ist, läuten Sie sie, um negative Energie zu vertreiben. Andernfalls klatschen Sie einfach in die Hände.


Wichtige traditionelle Regel: Klatschen Sie nicht laut während der Lakshmi Aarti, da dies als unpassend empfunden wird; verwenden Sie stattdessen eine kleine Glocke.


Segnung (Aashirwad): Halten Sie die Hände kurz über die Aarti-Flamme und berühren Sie dann Augen und Kopf.
V. Abschluss der Puja und Weitergabe des Segens


Diyas die ganze Nacht: In der Diwali-Nacht sollten die Diyas so lange wie möglich brennen. Es wird angenommen, dass Lakshmi in dieser Nacht die Erde bereist und erleuchtete Häuser segnet. Notfalls können LED-Diyas verwendet werden, aber für die eigentliche Zeremonie sollte mindestens eine echte Flamme brennen.
Optimale Zeit (Muhurat): Die beste Zeit für die Lakshmi Puja ist während des Pradoshkal (etwa 2 Stunden nach Sonnenuntergang).


Teilen des Wohlstands: Nach der Puja wird der Prasad an alle verteilt. Wohlstand muss geteilt werden, um sich zu vermehren. Ein zentraler fehlender Aspekt: Spenden ist ein wesentlicher Bestandteil von Diwali. Große Spenden an bedürftige Menschen, Nachbarn oder für wohltätige Zwecke sollte am Diwali-Tag in Betracht gezogen werden. Lakshmi liebt Großzügigkeit.


Aufräumen: Das Arrangement wird über Nacht, idealerweise bis zum nächsten Tag, beibehalten, um Lakshmi das Gefühl zu geben, dass sie zum Bleiben willkommen ist. Am folgenden Tag kann das gesegnete Kalash-Wasser in die Pflanzen gegossen werden.


Zusammenfassung


Eine aufrichtige 5-minütige Puja ist besser als gar keine. Lakshmi ist wie eine Mutter; sie versteht menschliche Einschränkungen. Wenn Sie mit Verständnis beten, laden Sie alle acht Formen des Reichtums ein: Gesundheit, Nahrung, Mut, Wissen, Kinder, Sieg, einen guten Ruf und materiellen Wohlstand.
Ein zentraler Aufruf: Respektieren Sie die Frauen in Ihrem Leben, da sie als Lakshmi in menschlicher Gestalt gelten. Wo Frauen geehrt werden, wohnt Lakshmi dauerhaft.
Möge Lakshmi Ihr Zuhause mit allen acht Segnungen segnen.

Posted by ganuschindra in Allgemein