Saturntransit – Jahreseinschätzung 2017

Jyotish Newsletter zum aktuellen Saturntransit

 

Saturn ist nun im Schützen – Gandanta

Ungemütlich, zerreibend, zwiespältig.

Gandanta (ein Wort aus dem Sanskrit und wird abgeleitet von, „Gand“- ‘Knoten’ und anta – ‘Ende’) ist ein spiritueller oder karmischer Knoten in Jyotisha.

Gandanta beschreibt die Knotenpunkte im Geburtshoroskop, in denen sich die Sonnen- und Mondzeichen treffen und direkt mit einer besonderen Zeit des Seelenwachstums verbunden sind. Metaphysische, beseelte Punkte.

Die sogenannten Gandanta-Punkte befinden sich an den Übergängen bzw Transitpunkten von Fische (Revati) und Aries (Ashvinī), Krebs (Ashlesha) und Leo (Magha), Skorpion (Jyeshtha) und Schütze (Mula), dem aktuellen Transit.

Mond oder Aszendent zum Zeitpunkt der Geburt einer Person, die sich innerhalb von 48 Minuten dieser Punkte befindet, stellen einen spirituellen Knoten dar, der in einer bestimmten Lebenszeit gelöst werden muss. Diesen Punkt nennt man nach Maharishi Parashara Abhukta Mula und bedarf besonderer Aufmerksamkeit, Heilarbeit und Schutzmassnahmen.

Der Zeitraum, in dem diese Gandanta-Qualität vorgefunden wird, kennzeichnet eine kritische Phase, wo die materiellen Bindungen, Vorstellungen und Anhaftungen transformiert werden. Ein Prozess, der notwendig ist, damit die Seele ihre wahre spirituelle Richtung findet.

Emotionen werden aufgewühlt. Angst entsteht und neurologisch wird in unseren ältesten Bereich im Gehirn ein Teil im limbischen System, die Amygdala aktiviert, dem Mandelkern. Wir werden das in 2017 drei Mal erleben.

Wir durchlaufen eine unsichere Zeit mit vielen Kontroversen. Eine Art Durchschütteln. Manchmal wissen wir nicht so recht, wo uns der Kopf steht. Aus einer schemenhaften Überschattung von Angst und innerer Unruhe kann viel Widerstand entstehen.

Obwohl die Seele ihren Weg zu ihrer wahren Natur erkennt, kämpft sie dagegen an, wie ein Fluss, der sich dem Ozean nähert, über ungeheurere Klippen stürzt, riesige Wasserfälle bildet und am Ende mit dem unendlich Ozean verschmilzt. Eine Aufgabe, die niemand so leicht abwälzen kann und mit der Schwierigkeit verbunden ist, doch loslassen zu lernen.

Gandanta-Phasen erzeugen viele psychologische oder physische Blöcke. Tiefe Instinkte werden angesprochen, die mit großer Reife angepackt werden sollten.

 

Termine Gandanta 2017

 

Januar 2017

·         18.01.2017 – 3.02.2017

·         26 01.2017 Saturn 0° Schütze

 

Juni 2017

·         9.06.2017 – 01.07.2017

·         21.06.2017 Saturn auf 0° Schützen

Oktober 2017

·         16.10.2017 – 2.11.2017

·         26. 10 Saturn 0° Schütze

Saturn befindet sich nun im Schützen in einem von drei diesjährigen Gandanta-Punkten. Gandanta ist ein besonders sensibler Punkt im ersten Viertel in demjenigen Nakshatra, (Mondhaus) welches auf einen Knotenpunkt der Sternbilder folgt. Das neue Nakshatra, welches Saturn nun besucht heißt „Moola“ oder Mula.

Dies kann eine sehr beanspruchende Stellung sein und muss mit Bedacht und Feingefühl behandelt werden. Saturn in Mula kann uns das Gefühl von Kontrollverlust spüren lassen. Zuversichtlichkeit einschränken und uns in unserm Sicherheitsdenken lähmen.

Wir kennen das Sprichwort:

„Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen.“ 

Das Sprichwort stammt aus dem Volksmärchen “Aschenputtel”. Aschenputtel bittet die Tauben, Linsen aus der Asche zu lesen: “Ihr zahmen Täubchen, ihr Turteltäubchen, all ihr Vöglein unter dem Himmel, kommt und helft mir lesen, die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen”

Es besagt, wenn Dinge unterschiedlicher Qualität voneinander getrennt werden. In diesem Prozess wird niemand ausgelassen und es findet eine spätere Klärung statt, die aber bis dahin auch schmerzvolle Verluste mit sich bringen kann.

Somit sind wir aufgerufen, dass zu bewahren, was uns wertvoll ist. In Politik, Kultur, Gesellschaft und Bildung. Einzustehen für Gerechtigkeit.

Die Feigheit fragt: “Ist es sicher?”
Die Erfahrung fragt: “Scheint es politisch sinnvoll?”
Die Eitelkeit fragt: “Ist es beliebt?”
Das Gewissen aber muss fragen: “Dient es der Gerechtigkeit?”

Und hier kommt die Situation, wo wir Stellung beziehen müssen und handeln, obwohl unser Handeln nicht sicher, politisch sinnvoll scheint oder populär ist, einfach weil es der Gerechtigkeit dient.

Martin Luther King

Mula wird dem Archetyp Nirriti zugeordnet. Damit verbundene Eigenschaften sind: Auflösung, Zerstörung, Unglück, Unheil, Not, Elend, „Göttin des Todes und Zerstörung“.

Wir können diese Gesichtspunkte ohne Übertreibung als sehr düstere Qualität betrachten. In diesen Tagen empfiehlt es sich von riskanten Geschäften, ob politisch oder wirtschaftlich, abzusehen und sich ruhig und still verhalten. Keine gute Zeit für Diplomatie. Die Amtseinführung des neuen US Präsidenten und seines Stabes standen unter keinem guten Stern. Weder für die Regierung, noch für die USA und deren Partnerländer. Gleiches gilt auch für die Reise von Bundeskanzlerin Angela Merkel in die Türkei. Ihre Umfragewerte werden fallen, obwohl wir ab dem 04.02.2017 aus dem aktuellen Gandanta austreten und die erste Hürde in diesem Jahr genommen ist.

Skorpion / Jyeshta und Schütze Moola Gandanta sind jeweils die schwierigsten Transitpunkte für Saturn. An dieser Position erfolgt ein Richtungswechsel der Seele in Richtung ihrer endgültigen Verschmelzung mit dem universellen Bewusstsein, hin zur Transzendenz, der absoluten Ebene des Lebens. Das wirkt sich somit auch auf alle weltlichen und materiellen Abläufe aus.

Wir können diesen Vorgang wie die Häutung einer Schlange verstehen. Was nach der Häutung übrig bleibt ist eine neue Einheit.

Es ist ein Übergang vom Unsagbaren und Unteilbaren, zum Zählbaren und Messbaren und wieder zurück. Wer dazu tiefer philosophisch einsteigen möchte, dem empfehle ich den Artikel in Wikipedia zum Thema „Monade“ 

In unserem Inneren, zeigen sich die Skorpion / Jyeshtha-Einflüsse als immense Auseinandersetzungen der inneren Emotionen. Es trennen sich Täuschung, Überschattung von materiellen Vorstellungen und Paradigmen und es führt zu einer inneren Neuausrichtung. Alte Denkmodelle werden in Frage gestellt, denn neue sind notwendig für den nächsten Evolutionsschritt. Die herkömmliche Auffassung vom Leben der letzten Dekaden erlebt eine Revolution.

Wer jedoch mit Widerstand gegen diesen Veränderungsprozess reagiert, wird eine schwierige Zeit erleben.

Auf materieller Ebene können wir massive Umbrüche, Leid und Unglück erfahren, während es auf spiritueller Ebene zur Aktivierung starker, geistiger Kräfte führt. Die Konsequenz könnte sein, dass wir wachsamer, achtsamer und ethischer Handeln.

Auf der Mula / Schütze – Stufe erkennt die Seele, dass es für ihr Wachstum erforderlich ist, sich zu verändern. Es mag sein, dass auf ihrer Wanderung bereits viel an Erfahrung gesammelt wurde und auch ein Großteil geistiger Prinzipien verwirklicht wurden. Doch gibt es immer noch Bindungen an voran gegangene Leben, Existenzen und Erlebnisse. Frühkindliche Erfahrungen scheinen durch. Es sind die irdischen Bedürfnisse, über die uns Mula hinwegführt und uns zurück führt an die Wurzel des Lebens, zur ganzheitlichen Ebene des Lebens.

Das ist der Prozess der in Sanskrit mit dem Begriff der Meditation mit „Dhyan Bhavatit“ bezeichnet wird.

Dhyan: Meditation, Versenkung und

Bhavatit: Einen Zustand überschreiten, transzendieren, verfeinern.

Von dieser Übung wurde ursprünglich „Transzendentale Meditation“ abgeleitet www.meditierstduschon.de

Unsere Lebenswurzeln befinden sich im Untergrund und ruhen im Stillen. Damit sie ihr größtes Potential entfalten können, kommen sie nicht umhin, aus dieser verborgenen Ebene aufzusteigen und die äußere Erdkruste zu durchbrechen.

 

Rahu lässt uns Erbsen als Perlen erscheinen.

 

„Durch Eintracht wächst das Kleine, durch Zwietracht zerfällt das Große.“

Sallust 86 v. Chr. römischer Geschichtsschreiber und Politiker

Bis September 2017 befindet sich Rahu noch im Zeichen des Löwen und schafft anstelle von Wahrheit Täuschung und Zwietracht. Wir können es an der politischen Situation beobachten  in den vereinigten Staaten, Mauerbau zu Mexiko, Einreisestopp, in Europa (Brexit) und in der Türkei. Rahu lässt uns Erbsen als Perlen erscheinen, was uns dazu veranlasst oft falsche Schlüsse ziehen. In den Medien können Fakenews, bzw Social Bots (Meinungsmaschinen) dazu beitragen Unwahrheiten zu transportieren. Diese können aber auch Wahrheiten ans Licht bringen. Jede in der Art und Weise, wie wir sie verstehen und einsetzen. Das benötigt aber Werte und ethisches Verhalten. Wegen der bevorstehenden Bundestagswahl ein hoch diskutiertes Thema, denn Social Bots haben das Potential, die politische Diskussion zu verzerren.

Bot-Software, ein Ergebnis der Rahueigenschaften, die sich mit Menschen unterhält, wird nach Ansicht von Microsoft-Manager Peter Jaeger maßgeblich die nähere Zukunft prägen. Dabei gehe es darum, die menschlichen Fähigkeiten zu ergänzen, eine Beziehung zwischen Mensch und Maschine zu erstellen, nicht gegen die Maschine. Konkrete Beispiele wären Chat-Bots, die unkompliziert bei der Flugbuchung helfen oder ein Programm, das über Fotos von Nutzern Produktempfehlungen abgibt.

Während Rahu als Schatten bezeichnet wird, die Dinge des Geschehens nur schemenhaft erkennen lässt und im Dunkeln liegende Prozesse hervorholt, oft begleitet mit viel Unruhe, ist Saturn ein Planet der Schatten und Dunkelheit entstehen lassen kann.

Es kommt jedoch darauf an, wie wir mit Dunkelheit umgehen und Licht (Jyoti) ins Dunkle bringen, wie es durch die Wissenschaft des „Lichts“ Jyotish erfolgen kann. Upayas sind Hilfsmittel oder Abwehrmassnahmen, die viele Methodenansätze erfolgreich verfolgen. Einfache, klassische Hinweise finden wir in  den alten Jyotishtexten, aber auch in der Yogaphilosphie. Was, für welchen Zweck und welche Person passend ist, kann aber immer nur von einem individuellen Horoskop abgeleitet werden.

Wenn wir das Ziel verfolgen eine Kerze anzuzünden, anstatt über die Dunkelheit zu jammern, kann das z.B. durch spirituale Arbeit, Seva, Hizmet, Ehrenamt, tiefe Meditation oder Kreativität geschehen.

Wie sich die Wachstumsgeschwindigkeit eines Grashalms unter der Einwirkung eines Sonnenstrahls in einem norditalienischen Bergdorf Viganella auswirkt, müsste man dann im Einzelfall ansehen.

Im Beispiel von Viganella im Piemonte gibt es ein sehr praktisches Beispiel für eine großartige Idee. Kreativität lässt auch Dunkelheit verschwinden.

Die Sonne im Antronatal ist elf Doppelzentner schwer und kommt jährlich vom 11. November bis zum 2. Februar durch einen artifiziellen Spiegel in Viganella an. Ohne diesen Spiegel läge das Tal den Winter über im Schatten.

Das Dörfchen steht in dem traurigen Ruf, das dunkelste Dorf Italiens zu sein. Tatsächlich verschwindet die Sonne im November und lässt sich bis Februar nicht mehr blicken. Das Schattendasein hat Folgen für das soziale Zusammenleben und das Wohlbefinden jedes Einzelnen. Mithilfe moderner Technik und einem Spiegel konnte man Abhilfe schaffen.

An jedem zweiten Februar im Jahr findet in Viganella eine Prozession statt, bei der die Dorfbewohner die Rückkehr der Sonne und ein traditionelles Sonnenfest feiern. Zur Erinnerung an eine düstere Zeit.

Licht vertreibt die Dunkelheit

In Zeiten wie diesen empfiehlt es sich die nachfolgende Geschichte aus dem Orient als Beispiel für Durchhaltevermögen vor Augen zu halten.

Der Brunnen in den der Esel fiel. Motivationsgeschichte aus dem Orient

Eines Tages fiel ein Esel in einen tiefen Brunnen. Das Tier schrie fürchterlich, aber so sehr der Bauer und seine Nachbarn sich auch mühten, es gelang ihnen nicht, das Tier aus dem Schacht herauszuziehen. So beschloss der Bauer schweren Herzens, den Esel sterben zu lassen. Weil der Esel alt war und der Schacht sowieso zugeschüttet werden sollte, schaufelten die Männer Abfälle und Erde in den Brunnen, um ihn gleich dort zu begraben. Der Esel ahnte, was geschehen sollte, und schrie noch lauter.

Nach einiger Zeit wurde es still im Brunnen. Die Männer schaufelten weiter.

Als der Bauer endlich hinab sah, wunderte er sich sehr:

Der Esel hatte etwas Erstaunliches getan.

Jede Schaufel voll Dreck, die auf seinem Fell gelandet war, hatte er abgeschüttelt und festgetrampelt. So kam er langsam immer höher, bis er aus eigener Kraft aus dem Loch steigen und davontrotten konnte.

Die Moral von der Geschichte:

Das alltägliche Leben überladet uns immer wieder mit viel Last, Ballast und unnötigen Aufgaben.

Wenn wir in der Lage sind, uns von den schweren Belastungen, Stress und Problemen frei zu machen, werden wir am Ende triumphieren und uns über die Ärgerlichkeiten, Sorgen und Nöte erheben.

Vielleicht begegnen wir Menschen, die uns Steine auf den Weg des Erfolges legen. Es hängt von uns ganz persönlich ab, was wir mit diesen Steinen machen. Eine Mauer bauen oder eine Brücke. Wir können alle Materialien einsetzen, wie der Esel in der Geschichte, eine Treppe bauen und vorangehen.

Auch wenn es manchmal schwer fällt, so kommt es immer darauf an, dass Licht am oberen Rand des Brunnens im Auge zu behalten und stetig weiter zu machen.

Manchmal können wir mit tiefer Meditation, ein paar Yogaübungen oder einer gut riechenden Tasse Tee etwas ausruhen und zur Besinnung kommen, um dann wieder kraftvoll weiter zu machen.

Wie schwierig am Ende jede Lebenssituation ist, oben am Himmel strahlen zu jeder Zeit die Sterne, die wir, wie tief auch immer wir in unsrem eigenen Brunnen sitzen, sehen können. Wenn wir nur wollen und in unserer Mitte bleiben.

Bleiben Sie zuversichtlich.

jyotishi.de

Der Mondkalender für Februar 2017:

http://www.jyotishi.de/category/mondkalender/

http://www.jyotishi.de/mondkalender-februar-2017/

http://www.jyotishi.de/lexikon/transite-2017/

 

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