{"id":425,"date":"2016-07-18T10:12:06","date_gmt":"2016-07-18T08:12:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.jyotishi.de\/?p=425"},"modified":"2016-07-18T10:15:43","modified_gmt":"2016-07-18T08:15:43","slug":"die-sage-vom-neumond","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.jyotishi.de\/neu\/die-sage-vom-neumond\/","title":{"rendered":"Die Sage vom Neumond"},"content":{"rendered":"<p>Es war einmal auf einer fernen, weiten Alm im Himalaya. Hoch oben in den Bergen. Ein kleiner Kuhhirtenjunge weidete seine Herde und \u00fcber den Bergen nahte die Abendd\u00e4mmerung. Pl\u00f6tzlich kamen dunkle Wolken auf, der Wind erhob sich zum Sturm und es begann f\u00fcrchterlich zu regnen. Eilig suchte der Junge bei einem nahe gelegenen Baum Unterschlupf vor dem eiskalten Regen. Kaum hatte er die sch\u00fctzende Baumkrone erreicht, packte ihn das Entsetzen. Genau vor ihm, stand pl\u00f6tzlich ein gro\u00dfes Ungeheuer. Ein Ungeheuer, wie er es vorher noch nie gesehen hatte! Es hatte die Gestalt einer Schlange und mit dem Schwanz hielt die Schlange ihre Eier fest. Sie war auf der Suche nach Nahrung f\u00fcr sich und ihre bald ausschl\u00fcpfende Brut. Zischelnd schaute sie mal nach rechts, dann wieder nach links, bis sie sich langsam und listig dem Hirtenjunge n\u00e4herte.<\/p>\n<p>Fieberhaft und Angst erf\u00fcllte, \u00fcberlegte er, wie er sich verhalten sollte? Ihm war pl\u00f6tzlich klar geworden, das er sich versehentlich dem geheimen Versteck der gro\u00dfen Schlange gen\u00e4hert hatte. Schon oft hatte er unten im Dorf, in den Erz\u00e4hlungen der Alten, von ihr geh\u00f6rt. F\u00fcrchterliche Geschichten. Erz\u00e4hlungen von l\u00e4ngst verschwundene Kinder, vermisste Bauern und Wanderer die nie mehr den Heimweg fanden. Verschwunden waren, bis ans Ende aller Tage.<\/p>\n<p>Der Junge war in Todesangst und die Schlange kam immer n\u00e4her! In seiner Todesangst b\u00fcckte sich der Junge, griff nach einem gro\u00dfen Stein und warf ihn aufs Geratewohl in Richtung der gro\u00dfen Schlange, die blitzschnell mit ihren Kopf zur Seite zuckte.<\/p>\n<p>Den einzigen Erfolg den der wehrhafte Abwehrversuch des Jungen zeigte, war, das die Eier der Schlange getroffen wurden, und zerbrachen.<\/p>\n<p>Als die Schlange gewahr wurde, das alle ihre Eier zerst\u00f6rt waren, und ihr Nachwuchs tot, kam sie noch n\u00e4her heran und zischelte w\u00fctend und Furcht erregend in das Gesicht des Hirtenjungen: &#8222;Du hast mir meine Kinder get\u00f6tet! Also werde ich jetzt auch dich t\u00f6ten!<\/p>\n<p>Kaum hatte der Hirtenjunge die Worte der Schlange vernommen, rannte er auch schon in Panik und voller Todesangst davon. In m\u00e4chtigen Windungen verfolgte die Riesenschlange den Jungen und trachtete ihm nach seinem Leben. Doch so sehr sie sich auch beeilte, das Kind war immer einen Tick schneller, ohne jedoch seinen Vorsprung zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n<p>Die Verfolgungsjagd dauerte bis ans Ende der Welt. Dort angekommen, versuchte der Junge zu verschnaufen. Als er jedoch sah, das die Schlange immer noch hinter ihm her war, blickte er sich eilig um und fasste einen waghalsigen Entschluss! Kurz entschlossen, sprang er vom Rand der Erde in den sich vor ihm auftuenden, leeren Luftraum. Doch die Schlange folgte ihm auch diesmal!<\/p>\n<p>Da erblickte der Hirtenjunge pl\u00f6tzlich den Mond und bat ihn in seiner Todesangst um Hilfe! Doch auch die Schlange hatte inzwischen den Mond erreicht. Mit vor Wut blitzenden Augen erz\u00e4hlte sie dem Mond ihre Geschichte und von der Missetat des Hirtenjungen!<\/p>\n<p>Der gute Mond verstand die Angst des Jungen nur zu gut, auch wollte er dem Hirtenbub gerne helfen! Aber er wusste nicht wie!<\/p>\n<p>Also bat er sich Bedenkzeit aus und wollte sich mit seiner Schwester, der gute Sonne beraten. Der Mond und die Sonne kamen schlie\u00dflich \u00fcberein dem Jungen eine Geldstrafe aufzuerlegen. Eine Geldstrafe von der das Schlangenungeheuer aber nichts wissen wollte. Denn zu gerne wollte sie den Hirtenbub verschlingen. Denn egal was der Mond als Strafe f\u00fcr den Hirtenbub auch vorschlug, die Schlange bestand darauf den Jungen zu t\u00f6ten und f\u00fcr immer zu verschlingen!<\/p>\n<p>Nachdem man so eine lange, geraume Zeit gestritten hatte, ohne jedoch eine Einigung zu erzielen, fasste der Mond schlie\u00dflich einen gro\u00dfm\u00fctigen Entschluss. Zu sehr lag ihm das Leben des noch jungen Hirten am Herzen. Weil die Schlange auch weiterhin nicht verzichten wollte, den Jungen zu verschlingen, erbot sich pl\u00f6tzlich der Mond selbst dazu, anstatt des Jungen, von der Schlange verschlungen zu werden! Als er immer noch Unzufriedenheit in den Augen des Ungeheuer sah, erbot er sich zus\u00e4tzlich, das die Schlange ihn nicht nur einmal, sondern jeden Monat verschlingen d\u00fcrfe. Und so wie es der liebe Mond und die noch immer zeternde und vor sich her schimpfende Schlange verabredet hatten, geschah es schlie\u00dflich! Denn der Hirtenbub durfte am Leben bleiben, wurde alt und hatte noch ein langes und gl\u00fcckliches Leben vor sich! Der Mond aber, wird seit jener Geschichte alle 29 Tage unsichtbar, denn dann hat ihn das Schlangenungeheuer wieder einmal verschlungen!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es war einmal auf einer fernen, weiten Alm im Himalaya. Hoch oben in den Bergen. Ein kleiner Kuhhirtenjunge weidete seine Herde und \u00fcber den Bergen nahte die Abendd\u00e4mmerung. Pl\u00f6tzlich kamen dunkle Wolken auf, der Wind erhob sich zum Sturm und es begann f\u00fcrchterlich zu regnen. 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